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AWO fordert schrittweise Kita-Öffnung mit Augenmaß

Berlin, den 27.04.2020. Die Arbeiterwohlfahrt fordert eine schrittweise Öffnung der Kitas unter klaren Rahmenbedingungen zum Schutz von Mitarbeitenden, Kindern und Familien.

Die schrittweise Öffnung von Schulen und Betreuungseinrichtungen von Kindern, insbesondere der Kindertagesstätten, wird kontrovers diskutiert. Zielkonflikte zwischen Schutzbedürfnissen auf der einen Seite und Unterstützungs- und Entlastungsbedarfen auf der anderen Seite bestimmen die Diskussion um den „richtigen Weg“. Die Arbeiterwohlfahrt hält eine schrittweise Öffnung für zwingend nötig und fordert deshalb klare Regeln zum Schutz von Kindern, Familien und Erzieher*innen. Der Verband hat nun Forderungen an eine Öffnung von Kitas während der Corona-Pandemie beschlossen. Betreuungsstandards und Arbeitsbedingungen müssen Arbeitsschutz und kindliche Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigen. Die Familien müssen in dieser belastenden Situation mit bedacht werden.

Dazu erklärt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes:

„Überforderte Familien und Alleinerziehende brauchen, neben den Eltern aus systemrelevanten Berufen, dringend der Entlastung. Kinder, insbesondere Kinder, die in beengten Wohnverhältnissen leben oder keine Geschwister haben, brauchen wieder sozialen Kontakt und eine anregende Lernumgebung. Ohne das Wagnis der Öffnung hält unsere Gesellschaft das nicht mehr lange durch.

Entscheidend ist, das Risiko soweit zu minimieren wie irgend möglich. Der Schutz der Fachkräfte und der Kinder in den Einrichtungen hat oberste Priorität und muss leitend sein für die jeweiligen Konzepte und Vorgehensweisen in den Einrichtungen.“

Die Arbeiterwohlfahrt hat hierzu aus einer fachkräftezentrierten Perspektive Voraussetzungen und Bedingungen formuliert, die bei einer schrittweisen Öffnung von Kindertageseinrichtungen unbedingt zu beachten und einzuhalten sind. So kann es aus Sicht der AWO gelingen, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen und -auch unter Corona-Bedingungen- einen zumindest eingeschränkten Rechtsanspruch auf Betreuung und Bildung zu realisieren.“

Die konkreten Forderungen zu den nötigen räumlichen Bedingungen, der Ausgestaltung der Arbeitsorganisation und Standards zum Schutz: https://www.awo.org/sites/default/files/2020-04/Kitas%20sind%20systemrelevant_Final.pdf

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Die Arbeiterwohlfahrt gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und wird bundesweit von über 335.000 Mitgliedern, 66.000 ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern sowie 225.000 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen getragen.

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