Ein besonderer Ehrentag wurde am 19.Mai 2026 im AWO-Pflegeheim „Haus am Bodden“ in Ribnitz-Damgarten gefeiert. Frau Ursula Markiewicz blickt auf 100 erfüllte Lebensjahre zurück.
Seit 2019 lebt sie im AWO-Pflegeheim. Gemeinsam mit Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern, dem Betreuungsteam sowie Familie feierte die Jubilarin ihren runden Geburtstag in gemütlicher Atmosphäre. Viele Glückwünsche, Blumen und liebevolle Worte begleiteten diesen besonderen Tag.
Zum 100.Geburtstag gratulierte auch Bürgermeister Thomas Huth und würdigte das außergewöhnliche Lebensalter. Gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn und der Enkeltochter gab es am Vormittag eine kleine Kaffeerunde. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AWO-Pflegeheims „Haus am Bodden“ beschreiben sie als eine freundliche, herzliche und geschätzte Bewohnerin.
Besonders beliebt sind ihre Geschichten aus vergangenen Zeiten und ihre Erinnerungen, die sie gerne mit anderen teilt. Frau Markiewicz wurde am 19.Mai 1926 in Merseburg geboren und hat im Laufe ihres Lebens viele schöne, aber auch bewegte Momente erlebt. Sie ist zusammen mit ihren 2 Brüdern aufgewachsen, ihre Mutter ist schon sehr früh verstorben.
Nach der 8.Klasse, musste sie ein Pflichtjahr bei einem Bauern als Hilfe absolvieren. Nach dem Krieg in Buna, hat sie viele Jahre als Maschinistin im Labor gearbeitet. Dort hat sie Wasser aus der Saale auf den Reingehalt untersucht, dass hat ihr viel Freude bereitet. 2018 ist sie an die Ostsee gezogen, mit 92 Jahren – Hut ab.
Frau Ursula Markiewicz war verheiratet, aus der Ehe geht ihre Tochter Uta hervor, die leider im Mai 2026 verstorben ist, zu dieser hatte sie immer ein inniges Verhältnis. Sie ist während ihrer Krankheit oft in Tschechien zur „Trinkkur“ gewesen. „Männer bekamen dort das Bier umsonst, Frauen mussten ein bisschen was daffür bezahlen“ erzählt sie. Wenn sie nachts nicht schlafen kann, trinkt sie heute noch gerne ein paar Schlückchen Bier.
„Früher habe ich mit meinem Mann gemeckert, weil er so viel Bier getrunken hat. Auf Kur haben sie mir gesagt, dass tötet die Bakterien und seitdem mache ich das auch ab und an und dann geht es mir besser“. Mit Freunden haben Sie und ihr Mann früher oft Rommé gespielt -dazu gab es immer etwas besonderes zu Essen und Bier.
Um diese Tradition aufrecht zu erhalten bekam Frau Markiewicz zu ihrem 100.Geburtstag zum Nachmittag einen Speckkuchen und Bier serviert. Sie selbst sagt: „Ich bin nicht so für Süßes, da esse ich lieber meinen herzhaften Speckkuchen“.
Alle hatten einen schönen Nachmittag, aber im Mittelpunkt stand, Frau Markiewicz war glücklich. Sie bedankte sich und war sehr gerührt über die Herzlichkeit, sie sagte: „So etwas Schönes hat schon lange niemand mehr für mein Herz getan“.
Auf die Frage nach ihrem Geheimnis für ein langes Leben antwortet sie mit: „Ich habe geraucht bis ich etwa 50 war, dann habe ich mir ein Herz gefasst und einfach aufgehört. Mir geht es gut, ich bin zufrieden, ich werde gut versorgt. Ich habe den Mut nie verloren, trotz meiner Erkrankung. Ich lebe nur einmal, habe ich mir immer gesagt. Das Schlimmste für mich ist, dass ich meine Tochter verloren habe. Ich würde sie so gerne nochmal in den Arm nehmen“.
Wir wünschen Frau Markiewicz weiterhin alles Gute, viel Gesundheit und dass sie nie ihren Mut und ihr Lächeln verliert.
Ihr AWO Team aus dem Pflegeheim „Haus am Bodden“
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