Skip to content

Abschaffung § 219a StGB/Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche – ein Schritt zu mehr Geschlechtergerechtigkeit

Berlin, den 13.05.2022. Heute wird im Deutschen Bundestag zum ersten Mal über den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Streichung des §219a StGB beraten.

Selvi Naidu aus dem AWO Bundesvorstand begrüßt die geplante Streichung und erklärt: „Es ist dem Einsatz unerschrockener Ärzt*innen wie Kristina Hänel und der feministischen Zivilgesellschaft zu verdanken, dass das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche endlich Geschichte werden wird. Keine Frau entscheidet sich durch zu viel Information für einen Schwangerschaftsabbruch.“

Seit der Öffentlichmachung der Verurteilung von Kristina Hänel wegen Verstoßes gegen §219a StGB im Jahr 2017 fand in Deutschland eine intensive Auseinandersetzung um das Informationsrecht von ungewollt schwangeren Menschen, die Berufs- und Meinungsfreiheit von Ärzt*innen sowie die Umsetzung von reproduktiven Rechten insgesamt statt. Die 2019 verabschiedete Reform des Paragraphen brachte keinerlei Fortschritte, da weiterhin Ärzt*innen wegen Verstoßes gegen §219 a StGB verurteilt wurden. Eine niedrigschwellige Suche nach sachlichen Informationen über Kosten, Verfahren und Rahmenbedingungen von Abbrüchen außerhalb persönlicher Beratungsgespräche war für Betroffene weiterhin kaum möglich.

„Aus der Praxis unserer Schwangerschaftsberatungsstellen wissen wir, dass nicht nur die Informationslage prekär ist, sondern insgesamt keine ausreichende Versorgungslage mit Schwangerschaftsabbrüchen, vor allem außerhalb von Großstädten, in Deutschland gegeben ist. Die Möglichkeit, sich sachlich auch übers Internet über Abtreibung zu informieren, ist ein erster Schritt, um das Selbstbestimmungsrecht von ungewollt Schwangeren zu erhöhen“, erklärt Selvi Naidu.

Die AWO setzt sich seit ihrer Gründung für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ein und sieht – gemeinsam mit ihren bundesweit vorhandenen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen – das Recht auf eine selbstbestimmte Familienplanung als zentral dafür an. Sie fordert neben einer Kostenübernahme für Verhütungsmittel für einkommensarme Menschen die Abschaffung der Pflichtberatung sowie eine außerstrafrechtliche Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen.

„Mit Blick auf die besorgniserregende Entwicklung in Polen und den USA bezüglich der Selbstbestimmungsrechte von Frauen sollte die Bundesregierung nach diesem ersten Schritt schnell den zweiten tun und die im Koalitionsvertrag angekündigte Kommission zur Prüfung einer außerstrafrechtlichen Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen einsetzen“, sagt Selvi Naidu abschließend.

———————————————————————————————-

Die Arbeiterwohlfahrt gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und wird bundesweit von über 312.000 Mitgliedern, mehr als 82.000 ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern sowie rund 237.000 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen getragen.


Quelle: AWO-Bundesverband e.V.

 

Ich möchte den Newsletter der AWO-Sozialdienst Rostock gGmbH erhalten und willige ein, dass meine E-Mail-Adresse sowie mein optional angegebener Vorname zum Versand von Informationen, Neuigkeiten und Angeboten verarbeitet werden. 

Die Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Weitere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung.

Weitere Beiträge

AWO Logo
Allgemein

Professor Jens Schubert folgt Wolfgang Stadler als Vorsitzendem des AWO Bundesverbandes ab Januar 2021

Berlin, den 03. Februar 2020. Das Präsidium der Arbeiterwohlfahrt berief Prof. Dr. Jens Schubert (50)…

Weiterlesen
Kinder

Gemeinsam ein Zeichen setzen: Unsere Kurkinder gegen Rassismus

Im Rahmen der Aktion „Internationale Wochen gegen Rassismus“ haben unsere Kurkinder erneut intensiv über das…

Weiterlesen
Allgemein

AWO zum Bundeslagebild Gewalt gegen Frauen: Steigende Zahlen von Gewalt gegen Frauen stoppen!

Berlin, den 19.11.2024. Das heute von Bundesfamilienministerium und Bundeskriminalamt vorgestellte Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“…

Weiterlesen
An den Anfang scrollen